HEILPRAKTIKERIN  Martina Singh-Glowalla
"Wer nicht merkt, dass es dunkel ist, der sucht nicht nach dem Licht"   Phil Bosman

BESCHREIBUNG DER EINZELNEN BACHBLÜTEN

30. Sweet Chestnut (Edelkastanie) - Hoffnungslosigkeit - von der Verzweiflung zur Zuversicht  

                        "Mir kann eh keiner helfen!"

Menschen, die Sweet Chestnut benötigen haben das Gefühl, dass sie vollkommen am Ende der Hoffnung auf Veränderung angekommen sind. Sie befinden sich in großen Seelenqualen, in denen sie keine Möglichkeiten zur Besserung mehr wahrnehmen. Um sie herum ist es nur noch dunkel aus der sie keinen Ausweg mehr sehen. Sie stehen mit dem Rücken an der Wand. Das absolute Ende ist erreicht.

Sweet Chestnut kann diesen Menschen helfen, wieder Licht in das Dunkel zu bringen, um neue Wege sehen zu können. Sie hilft aus dem tiefen Loch der Depression wieder herauszufinden, in dem die Bachblüte der Seele neue Perspektiven eröffnet. Plötzlich ist da wieder ein Silberstreif am Horizont, den man vorher nicht gesehen hatte. Man hat wieder Zuversicht in sein Leben und seine Zukunft.

Kinder, die Sweet Chestnut benötigen, sind sensible Kinder, die sich in Situationen befinden, denen sie sich hilflos ausgeliefert fühlen. Das können Situationen sein, in denen sich das Kind mit seinen Problemen von den Eltern allein gelassen fühlt. Oder es merkt, dass die Eltern mit ihren eigenen Problemen selbst überfordert sind und es will sie nicht noch zusätzlich mit seinen belasten. Sie ziehen sich dann meist in ihre eigene Welt zurück und leiden dort still vor sich hin. Wenn diese Kinder das Gefühl haben, dass ihnen ein Geschwisterkind vorgezogen wird, kann man auch solche abweisenden Sätze wie: "Lass mich in Ruhe, du kannst mir eh nicht helfen!", von ihnen hören, aus denen man die ganze Verzweiflung des Verlassen- und Alleingelassenseins heraushören kann. 

Sweet Chestnut kann diesen Kindern helfen, die Zuversicht wieder zu gewinnen, dass auch sie  gesehen werden, und  auch für ihre Probleme Lösungen gefunden werden können.

 

31. Vervain (echtes Eisenkraut) - die Missionarsblüte - vom dominanten Weltverbesserer zum hilfsbereiten Impulsgeber

Menschen, die Vervain brauchen, wollen ihre eigenen Überzeugungen und Ansichten vom Leben anderen mit missionarischem Eifer aufdrängen. Sie sind von einer Idee so begeistert, dass sie sie anderen unbedingt weiter geben wollen. Dabei überschreiten sie oft die Grenzen der anderen, die sich dann oft genötigt fühlen und sich zurück ziehen. Aus Begeisterung kann schnell Fanatismus werden.

Vervain kann helfen, das richtige Maß zu finden. Anderen sein Wissen und Können anzubieten und es zur Verfügung zu stellen, anstelle es aufzuzwängen. Es kann helfen, ein liebevolles Gespür für die Grenzen der anderen zu entwickeln.

Kinder, die Vervain benötigen sind besonders begeisterungsfähig und versuchen andere von ihren tollen Dingen oder Ideen zu überzeugen. Dabei können sie auch rechthaberisch und verbissen wirken. Abends haben diese Kinder oft Schwierigkeiten sich von den Erlebnissen des Tages zu lösen und finden dann kein Ende.

Vervain hilft diesen Kindern andere Kinder mit seiner Begeisterung nicht von sich wegzustoßen und lernen, andere mit seinen Ideen bei deren eigenen Vorhaben zu unterstützen. 

 

32. Vine (Weinrebe) - die Autoritätsblüte - andere führen, und sich selbst führen lasse

Die Menschen, die Wine benötigen, sind oft sehr ehrgeizig und zielstrebig. Sie gehen davon aus, dass das, was sie für sich als richtig erkannt haben, auch für ihre Umgebung das Richtige ist. So handeln sie übergriffig in der Annahme, für alle das Beste zu wissen und zu wollen. Einmal in Fahrt sind sie kaum zu bremsen.

Wine kann helfen, den Respekt vor der Meinung anderer zu fördern, und hilft, zwischen übertriebenem und gesunden Ehrgeiz zu unterscheiden. Unter Wine kann ein konstruktiver Führungsstil entwickelt werden, der die Bedürfnisse aller mit einbezieht.

Kinder, die diese Blüte benötigen sind kleine Tyrannen, die immer den Ton angeben müssen, und ihrem Willen notfalls auch mit sprachlicher oder physischer Gewalt Nachdruck verschaffen. Autoritäten (Eltern, Lehrern) können sie sich schlecht bis gar nicht unterordnen. 

Vine kann diesen Kindern helfen, den nötigen Respekt und Toleranz anderen gegenüber zu lernen.

 

33. Walnut (Walnuss) - die Verwirklichungsblüte -  von wankelmütig zur inneren Festigkeit

 Die Menschen, die Walnut brauchen, befinden sich oft gerade in einer Umbruchsphase in ihrem Leben. Oft wissen sie innerlich schon um den neuen Schritt, den sie tun müssen in ihrem Leben, haben aber noch nicht den nötigen Mut, ihn auch tatsächlich umzusetzen. So lassen sie sich in dieser Phase noch leicht von anderen beeinflussen und scheinen nach außen hin, wankelmütig zu sein, obwohl sie im Inneren schon genau wissen, was richtig wäre.

Walnut kann helfen, endlich den nötigen Mut und die Kraft aufzubringen, die anstehenden Veränderungen durchzusetzen, und den eigenen Intuitionen,  was richtig für einen selbst ist,  zu folgen .

Kinder, die Walnut brauchen, müssen sich in neuen Situationen erst zurechtfinden. Durch ihre extreme Offenheit und Beindruckbarkeit sieht erst einmal alles gleich gut oder schlecht aus. So  finden sie sich schwer in einer neuen Situation (z.B. Lehrerwechsel) oder Umgebung (Schulwechsel, Umzug) zurecht. Es fällt ihnen schwer altes, gewohntes und liebgewonnenes loszulassen und das neue anzunehmen. Sie sind unsicher, sensibel, leicht einzuschüchtern und auch leicht zu beeinflussen.

Walnut kann ihnen helfen, sich auf neue Situationen leichter einzustellen, und sie damit besser anzunehmen. Und zu erkennen, dass auch das Neue schöne Seiten in sich trägt.

34. Water Violet (Sumpfwasserfeder) - die Kommunikationsblume - von der Isolation zur Kommunikation 

Die Menschen, die Water Violet brauchen, leben in einer gewissen Isolation. Sie versuchen, ihre Probleme allein  zu lösen und machen viele Dinge mit sich selbst aus. Dadurch geraten sie in eine Trennung von ihren Mitmenschen, die so weit gehen kann, dass allgemein Kommunikation zum großen Problem für sie werden kann.

Water Violet kann helfen, den Schritt nach außen, hin zu meinen Mitmenschen, und zur Kommunikation mit ihnen zu vollziehen. Damit wieder ein Austausch von Gedanken und Gefühlen stattfinden kann.

Kinder, die Water Violet brauchen, kapseln sich gern ab, und wirken dann im Umgang mit anderen merkwürdig kontaktarm. Das kann aus dem Gefühl der Überlegenheit heraus passieren, weil sie merken, dass sie schneller auffassen können als ihre Kameraden, und dann meinen, allein besser voran zu kommen. Oder aus dem Gefühl des Stolzes, weil sie merken, dass sie den anderen (z.B. im Spiel) nicht gewachsen sind. Dann isolieren sie sich aus Furcht, von den anderen gehänselt zu werden. In beiden Fällen ist der Austausch mit der Umgebung unterbunden.

Water Violet kann diesen Kindern helfen, aus ihrer selbstgewählten Isolation wieder herauszukommen und ehrliche Nähe und Interesse an den anderen zu fördern, um sich mit seiner Umgebung wieder auszutauschen. Und so zu merken, dass es nicht der einzige ist, das etwas kann und weiß.

35. White Chestnut (Gewöhnliche Rosskastanie) - die Sammlungsblüte - vom Gedankenkreisen zur inneren Sammlung

 Menschen, die White Chestnut brauchen, können ihre inneren Gedanken nicht abschalten. Sie haben unaufhörlich eine Gedankenkulisse im Kopf. Wenn dieser Zustand schon länger anhält, kreisen die Gedanken oft immer wieder um die gleichen Themen. Sie versuchen, ihre Probleme im Kopf zu lösen. Das funktioniert aber so nicht. Probleme lassen sich nicht allein im Kopf lösen.

White Chestnut hilft ihnen, dieses Gedankenkarussel einmal anzuhalten, auszusteigen und mit Abstand die Dinge anzuschauen. Mit diesem Abstand zeigen sich dann Lösungen, die einem den Weg zeigen, Handlungen zur Bewältigung der Situation zu vollbringen. (Wenn man z. B. ein behördliches Problem nicht aus dem Kopf bekommt, ist es durchaus sinnvoll, sich weitere Informationen zu dem Thema einzuholen, und bei Bedarf auch tatsächlich zum Telefonhörer zu greifen, um eine Sachlage zu klären. Mit diesen neuen Fakten ist man dann in der Lage, die Situation neu zu beurteilen, und sinnvoll zu handeln.)

White Chestnut kann Kindern helfen, die sensibel sind und sich schlecht von Problemen abgrenzen können. Für sie werden dann die Aufgaben in der Schule (vielleicht hat es die Mathehausaufgaben nicht geschafft) oder der Streit mit einem Freund zum Problem, um das sich ihre Gedanken ständig kreisen. In diesem Zustand ist es dann sehr schwer für das Kind, sich auf die eigentlichen Dinge um es herum zu konzentrieren.

White Chestnut kann diesen Kindern helfen, sich von diesen fixen Gedanken zu lösen, um den Kopf wieder frei zu bekommen für einen ruhigen, klaren Geist, mit dem sie  sich wieder auf ihr Herum einlassen können.

36. Wild Oat (Waldtrespe) - die Berufungsblüte - vom ewig unbefriedigtem Suchenden zum reifen Finder

 Menschen, die Wild Oat benötigen, wollen oft in ihrem eigenen Leben etwas ganz besonderes leisten. Sie haben oft viele Talente und gehen von einer Aufgabe und Tätigkeit zur nächsten, ohne sich mit ihr identifizieren zu können. So empfinden sie ihr Leben als unbefriedigend und sind frustriert von ihm. Es fehlt ihnen der innere Ruf nach einer Aufgabe, IHRER Aufgabe, und so schauen sie oft neidisch auf ihre Mitmenschen, die dem Anschein nach ihre Aufgaben mit soviel innerer Klarheit erledigen.

Wild Oat kann helfen, sich darüber klar zu werden, wer man ist, und warum man in diese Welt gekommen ist. 

Kinder, die diese Blüte brauchen, fangen viele Dinge an, ohne sie zu ende zu führen. Schon bald nach Beginn einer Sache sind sie gelangweilt von ihr und hören frustriert auf. Sie haben den Spaß an ihr verloren oder sehen keinen Sinn mehr darin, weiter zu machen.

Wild Oat kann diesen Kindern helfen, Klarheit zu finden, welche Dinge und Menschen für sie richtig und wichtig sind. Dadurch fallen ihnen Entscheidungen im Leben leichter. Sind diese einmal erkannt, können diese dann auch zielstrebig umsetzen werden.

37. Wild Rose (Hundsrose, Heckenrose) - die Lebensfreudeblüte - von der Resignation zur Motivation

 Menschen, die Wild Rose brauchen haben innerlich aufgegeben. Sie haben innerlich vor dem Leben resigniert. Sie haben sich mit bestimmten Situationen abgefunden und kämpfen nicht mehr. Sie beklagen sich nicht über diesen Zustand, weil sie ihn als normal angenommen haben. Sie sind innerlich leer und anteilnahmslos und unternehmen keine Anstrengung mehr, etwas verändern zu wollen. 

Wild Rose kann helfen, sich innerlich wieder an das Leben anzuschließen. Leben bedeutet sich nicht sich mit einem unhaltbaren Zustand abzufinden, sondern bedeutet sich hinzugeben und  Veränderung zuzulassen und nötigenfalls auch selber Veränderungen einzuleiten. Wild Rose kann die Freude am Leben und Aktivität wieder bringen.

Kinder, die Wild Rose brauchen, fallen durch ihre Anteilnahmslosigkeit und latente Traurigkeit auf. Sie haben die Tendenz, sich von den anderen abzukapseln und sind im Umgang mit ihrer Umgebung sehr passiv. Sie lassen sich wehrlos ihre Sachen von anderen wegnehmen, ohne darum zu kämpfen, obwohl sie physisch dazu in der Lage wären. Frühkindliche Schockerlebnisse oder seelische Verletzungen durch Nahestehende können ein Kind in solch einen ernsten Seelenzustand bringen. Das Kind hat das Gefühl verraten und verlassen worden zu sein. (z.B. ewige ernste Streitereien oder Trennung der Eltern können mögliche Ursachen dafür sein)

Wild Rose kann diesen Kindern helfen, diese tiefe seelische Verletzung zu überwinden und wieder neuen Lebensmut und Freude zu schöpfen. Damit sie sich auch wieder als lebendigen Teil der Schöpfung empfinden und erleben.

Honeysuckle und Star of Bethlehem können gut in Verbindung mit Wild Rose gegeben werden.

38. Willow (gelbe Weide) - vom Schicksalsgroll und Opferrolle zur Eigenverantwortlichkeit

"Immer ich!"

Menschen, die Willow bedürfen, hadern oft mit dem Schicksal. Sie glauben, dass sie vom Schicksal benachteiligt worden sind. Sie denken, dass sie eigentlich etwas besseres als ihr momentanes Leben verdient hätten. Unbewußt erwarten sie, dass das Schicksal ohne Gegenleistung nach ihren Wünschen ihr Leben zu gestalten hat. Geschieht dies nicht, hadern sie mit der Welt und ziehen sich beleidigt in eine Schmollecke zurück, in der es so aussieht, als ob die anderen immer mehr bekommen als man selbst. Andere merken oft diese vorwurfsvolle Ausstrahlung und meiden sie.

Willow kann helfen, den Zusammenhang zwischen Geben und Nehmen zu erkennen und so wieder eine positiv, gebende Grundeinstellung zu bekommen.

Kinder, die Willow brauchen, sehen sich in der Opferrolle und schieben die Schuld beim Versagen auf andere oder unpassende Umstände. "Ich kann nichts dafür!" oder "Der Lehrer hat nur mir unfaire Fragen gestellt!" sind Sätze, die man von ihnen hören kann. Eltern sollten diesen Kindern klar machen, in wie weit das eigene Verhalten immer auch mit in die Umstände hinein spielt. (Vielleicht hat der Lehrer ihm ja tatsächlich unfaire Fragen gestellt, aber vielleicht als Reaktion auf ein vorheriges falsches Verhalten des Kindes. Oder das Kind empfindet die Fragen nur als unfair, weil es die Antworten nicht wusste, weil es selbst nicht genug gelernt hatte.) 

Willow kann diesen Kindern helfen, ihr eigenes Verhalten und die daraus resultierenden Umstände besser zu erkennen, um so die Eigenverantwortlichkeit zu fördern. Und damit aus der negativen Opferhaltung herauszufinden